Zwergkaninchen aus Hesedorf
Jennifers Liebhaberzucht in Hesedorf / Barchel bei Bremervörde

Verhalten




Sozialverhalten

Kaninchen sind sehr soziale Tiere, sie lecken sich gegenseitig die Augen und das Fell und schmusen miteinander. Nach dem ersten Beriechen wird entscheiden ob der eine den anderen riechen kann oder nicht.
Männchen und Weibchen verstehen sich eigentlich immer, bei zwei ausgewachsenen Weibchen kommt das nicht so Häufig vor und es kommt mitunter zu schweren Rangkämpfen. Jungtiere habe eine Art Sonderstatus, sie untergeben sich indem sie ihren Kopf unter den des älteren Tiers schieben und werden dann im allgemeinen in Ruhe gelassen.


Verständigung

Kaninchen sind sehr leise Tiere, die sich durch Gerüche und Gesten verständigen, aber sie sind keineswegs Stumm, ein Kaninchen in Todesangst kann durch aus sehr laut schreien. Außerdem verfügen Kaninchen über eine ganze Reihe von Knurrlauten mit denen sie sich anderen Kaninchen (und auch dem Menschen) verständlich manchen können. Meist sind dies Laute mit Gebärden verbunden, die eigentlich unmissverständlich sind.


Lautsprache

Brummen: Hört man meistens, wenn das Männchen um das Weibchen wirbt oder es deckt.
Fiepen: Junge die aus dem Nestgerollt sind versuchen so ihre Mutter aus sich aufmerksam zu machen.
Murksen bei Jungen: Wenn sie Jungen im Nest hungrig sing und man eine Nestkontrolle durchführt, hüpfen die Jungen hoch und geben murksende Laute von sich.
Kreischen: Wenn das Kaninchen sich zu Tode erschreckt oder sehr starke (plötzlich auftretende) Schmerzen hat (z.B. von einem anderen Kaninchen gebissen wird) fängt es an zu kreischen bzw. schreit kurz auf. Vor allem nicht zahme Jungtiere die plötzlich aus dem Käfig gefangen werden kreischen aus Angst um ihr Leben.
Zähne knirschen: Das Kaninchen hat starke Schmerzen, meist sitzt es teilnahmslos in einer Ecke und seine Augen sind trüb.
Alarm schlagen: Das Kaninchen trommelt mit den Hinterläufen auf den Boden und warnt so andere Artgenossen. Auch wenn es selbst sich erschreckt schlägt es Alarm.
Leise brummelnde Geräusche beim Streicheln: Das Kaninchen fühlt sich wohl und geniest die Streicheleinheiten.
Meckern: Wenn das Kaninchen beispielsweise gefangen wird und dazu eigentlich keine Lust hat stößt es kurze schnell hintereinander kommende Schimpflaute aus.
Knurren und Fauchen: Dazu kommen angelegte Ohren und das Kaninchen springt meist angriffslustig nach vorne, wird diese Warnung des Kaninchens missachtet, kann es angreifen und eventuell beißen.

Körpersprache

Männchen machen: Das Kaninchen ist neugierig und richtet sich auf um eine bessere Übersicht zu haben.
Wälzen: Das Kaninchen fühlt sich wohl.
Scharren: Das Kaninchen ist unruhig und möchte aus seinem Käfig, oder wenn es in einen Käfig gesetzt wurde, indem vorher ein anderes Kaninchen gesessen hat, versucht es die Duftmarken seines Vorgängers auszugraben um sie mit seinen eigenen zu überdecken.
Leichtes anstupsen mit der Schnauze: Dies ist eine auffordernde Geste, das Kaninchen möchte gestreichelt werden.
Starkes wegstupsen: Jetzt will ich meine Ruhe haben oder lass das!
Ablecken: Dies ist ein Liebesbeweis, leckt das Kaninchen seinem Menschen die Hand heißt das soviel wie ich mag dich.
Ducken: Dabei sind die Ohren angelegt und die Augen angstvoll geweitet, das Kaninchen hat Angst.
Entspannte Seitenlage: Das Kaninchen fühlt sich wohl und möchte ein wenig dösen oder sich sonnen.
Entspanntes Sitzen: Die Ohren sind leicht angelegt. Auch dies ist eine Ausruhposition.

Verständigung durch Düfte

Kaninchen verfügen über drei verschiedene Arten von Duftdrüsen. Einmal die Kinndrüsen, mit denen das Kaninchen durch reiben des Kinns an Gegenständen sein Revier markiert, dieser Duft ist für den Menschen nicht wahrnehmbar, zeigt den andern Kaninchen aber deutlich wer in diesem Gebiet der Boss ist.
Außerdem verfügen die Kaninchen noch über Analdrüsen mit denen sie ihrem Kot eine unverwechselbare Note verleihen, auch diese Duftabsonderungen dienen zur Markierung des Reviers.
Quasi als Personalausweis dienen die Leistendrüsen, durch beriechen können die Kaninchen sofort feststellen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt und ob es zur Familie gehört oder nicht. Zum Beispiel Weibchen erkennen daran sofort ob ein Jungtier ihr eigenes ist oder nicht. Männchen können so feststellen ob ein Weibchen paarungsbereit ist oder nicht.

Die fünf Sinne

Riechen


Wie man anhand der Tatsache, dass sich Kaninchen anhand von Gerüchen verständigen schließen kann haben Kaninchen einen sehr guten Geruchssinn. Die Nasenflügel bewegen sich ständig auf und ab um Witterung aufnehmen zu können. Man sollte darauf achten, das Kaninchen keinen, für es unangenehmen Gerüchen wie z.B. Reinigungsmitteln, Parfüm u.s.w. auszusetzen. Auch Zigarettenrauch ist für Kaninchen nicht gerade angenehm.


Hören

Kaninchen gehören zu den Fluchttieren und können von Natur aus sehr gut hören, ihre Ohren können sie getrennt nach vorne oder nach hinten stellen, das ermöglicht ihnen alles wahrzunehmen was vor und hinter ihnen passiert. Kaninchen sind jederzeit fluchtbereit, das kleinste Geräusch kann eine sofortige Flucht auslösen. Da Kaninchen wesentlich besser hören können als der Mensch, hören sie auch wesentlich mehr Lärm, was für uns "normal" ist, kann für das Kaninchen ohrenbetäubend sein, deshalb sollten Kaninchenkäfige auch nicht im Fernsehzimmer oder sonstigen lauten Plätzen stehen.


Sehen

Da sich die Augen des Kaninchens, für ein Fluchttier typisch, seitlich am Kopf befinden, hat es wie z.B. das Pferd fast eine Rundumsicht, außerdem kann es noch den Luftraum über sich beobachten (Schutz vor Greifvögeln). Ein Kaninchen ist "weitsichtig" es kann in der Ferne besser sehen, als in seiner unmittelbaren Nähe und es nimmt seine Welt flach war. Auch in der Dämmerung kann es ausgezeichnet sehen. Im grellen Sonnenlicht dagegen wird es geblendet, da sich eine Pupillen nicht zusammenziehen können. Die kleinste hektische Bewegung kann beim Kaninchen eine reflexartige Flucht auslösen, deshalb sollte man sich seinem Kaninchen immer langsam nähern und es nicht blitzartig von oben packen, da dies einem Angriff durch einen Greifvogel gleich kommt.


Tasten

Kaninchen besitzen im Gesicht eine ganze Reihe von Tastharren, mit denen sie sich im Dunklen zurechtfinden können. Die Schnurbarthaare sind genauso beit wie das Kaninchen selbst, deshalb kann es anhand von ihnen bestimmen, ob es durch eine Öffnung passt oder nicht. Die Tasthaare spielen eine wichtige Rolle bei der Orientierung de Kaninchens, deshalb dürfen sie nie abgeschnitten werden.


Schmecken

Kaninchen können zwischen süß, sauer, bitter und salzig unterscheiden. Ihr "Geschmack" allerdings ist anders als der des Menschen z.B. stört es sie nicht, wenn etwas bitter schmeckt und Salzlecksteine finden sie auch toll. Süß allerdings scheinen sie genauso zu lieben wie die Menschen, trotzdem sollte man dem Kaninchen auf gar keinen Fall Schokolade oder sonstige Süßigkeiten geben, denn sie rufen Verdauungsstörungen hervor und schaden dem Kaninchen. Man sollte ihnen lieber ein Stück Apfel oder Birne geben, das mögen sie genauso gerne und es ist wesentlich gesünder.