Zwergkaninchen aus Hesedorf
Jennifers Liebhaberzucht in Hesedorf / Barchel bei Bremervörde

Impfungen

 Impfungen

  Welche Impfungen brauchen Kaninchen?

Für Kaninchen werden drei Impfungen angeboten: Myxomatose, RHD (Chinaseuche) und Kaninchenschnupfen.

RHD und Myxomatose sind sehr gefährlich und keine seltenen Krankheiten. Beide enden meistens tödlich. Die Impfung ist daher dringend zu empfehlen. Die Impfung für RHD sollte alle 12 Monate, die Myxomatoseimpfung alle 4-6 Monate aufgefrischt werden.

Nach der ersten Impfung sollte nach 4 Wochen noch einmal beides nachgeimpft werden, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Danach wird alle 6 Monate Myxomatose und alle 12 Monate RHD geimpft. Mittlerweile gibt es auch einen neuen Kombi-Impfstoff, der nur einmal jährlich geimpft wird. Man kann beide Impfungen zeitgleich geben lassen. In Risikogebieten sollte die Myxomatoseimpfung alle 4 Monate erfolgen. Die Impfungen bieten nicht immer 100%igen Schutz, erhöhen  aber die Überlebenschancen im Falle einer Erkrankung enorm. Vor der Impfung sind die Kaninchen gründlich zu untersuchen, nur gesunde Tiere dürfen geimpft werden.

Die Schnupfenimpfung ist sehr umstritten, da sie oft mit äußerst heftigen Nebenwirkungen (bis zur vollständigen Futterverweigerung) oder gar der Erkrankung selbst verbunden ist und zudem nur vor einem kleinen Bruchteil aller Schnupfenerreger schützt. Sinnvoll oder empfehlenswert ist diese Impfung nur für gesunde Tiere, die mit Schnupferkaninchen zusammenleben sollen. Und auch nur dann, wenn die Schnupfer auch vom "richtigen" Erreger betroffen sind. Sollte man sich für die Schnupfenimpfung entscheiden, so ist diese auf jeden Fall mit mindestens 2-4 Wochen Abstand zu anderen Impfungen oder Eingriffen und ausschließlich bei gesunden Tieren vorzunehmen!

Was ist Myxomatose?

Eine der gefährlichsten Kaninchenkrankheiten ist die »Myxomatose« oder auch Kaninchenpest genannt. Myxomatose ist eine Viruserkrankung. Der Erreger Leporipoxvirus myxomatosis gehört zu der Familie der Pockenviren.

Überwiegend betroffen davon sind Haus- und Wildkaninchen. Der echte Feldhase bleibt weitgehend verschont. Typische Überträger dieser Viren sind Stechmücken und Flöhe, sprich stechende und

blutsaugende Insekten. In diesem Falle spricht man von einer indirekten

Übertragung. Erhöhtes Risiko besteht in schwülen Sommer- und Herbstmonaten, denn zu dieser Zeit vermehren sich die Insekten/Überträger besonders stark. Das bedeutet, dass Kaninchen in Innenhaltung keineswegs von dieser Krankheit verschont bleiben Mücken gelangen auch ins Haus. Man unterscheidet bei der Myxomatose zwischen akutem und chronischem Verlauf.

Nach der Infektion mit dem Virus dauert es meist zwischen 2 bis 9 Tagen bis die ersten Symptome auftreten. Typische Symptome sind Entzündungen und Schwellungen am Körper. Sehr gut sichtbar am Ohr sind die typischen dicken Pocken und extreme Schwellungen an Augenlid, Nase und Lippen. Auch ist meist der Genitalbereich gerötet und stark entzündet. In den allermeisten Fällen sterben die Kaninchen nach maximal 14 Tagen qualvoll. Man spricht hier von einer akuten Verlaufsform. Beim chronischen Verlauf kommt es meist nur zur Pockenbildung und in seltenen Fällen erholt sich das Tier wieder, jedoch trägt es den Virus immer noch in

sich!

Es gibt kein direktes Mittel zur Bekämpfung der Myxomatose, daher ist es umso

wichtiger auf eine Myxomatose Schutzimpfung zurückzugreifen, die nach einer Grundimmunisierung spätestens alle 6 Monte wiederholt werden muss. Auch wenn man Myxomatose nicht mit einem Antibiotikum behandeln kann, wird dennoch ein Antibiotikum als vorbeugende Maßnahme gegeben, um das geschwächte Immunsystem des erkrankten Tieres zu unterstützen

Was ist RHD?

Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD) wird manchmal auch Chinaseuche genannt und ist neben Myxomatose eine der gefährlichsten Krankheiten für Kaninchen. Empfänger können Haus- und Wildkaninchen, aber auch Hasen sein. Bei RHD handelt es sich wie bei Myxomatose um eine Viruserkrankung (Calcivirus). Überwiegend tritt die Krankheit in den warmen Sommermonaten auf. Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit) beträgt 1-3 Tage und der Verlauf endet meistens tödlich (zu 80-100%). Überträger sind hauptsächlich stechende und blutsaugende Insekten (Stechmücke und Kaninchenfloh, aber auch Zecken, Milben, Läuse und Fliegen). Eine Übertragung des Virus kann aber auch durch Futter stattfinden, besonders wenn das Gras oder Gemüse aus Gebieten stammen, in denen erkrankte Wildkaninchen leben. Eine Übertragung von Kaninchen zu Kaninchen ist ebenso möglich wie von Mensch zu Kaninchen.

Die Symptome der RHD sind nicht sehr spezifisch. Fressunlust, Teilnahmslosigkeit, alles Symptome die auch von anderen Erkrankungen herrühren können. In manchen Fällen treten auch gar keine Symptome auf.

Wie auch bei der Myxomatose können bei RHD unterschiedliche Verlaufsformen auftreten. Im Akutfall werden die Tiere unruhig, sind benommen, haben Atemnot oder zeigen starke Flankenatmung, oft in Verbindung mit Fieber, Appetitlosigkeit und blutigem Durchfall, die Tiere können qualvoll ersticken. Es gibt einen weiteren Krankheitsverlauf, bei dem die Tiere plötzlich zusammenbrechen, Atemnotkrämpfe bekommen und ersticken. Häufig tritt dann auch Blut aus der Nase aus und die Tiere liegen verkrampft und mit zurückgezogenem Kopf da. Eher selten ist ein milder Krankheitsverlauf, bei dem das Kaninchen zwar an Unwohlsein leidet und vielleicht auch etwas Durchfall hat, aber sich nach wenigen Tagen wieder erholt. Es gibt kein direktes Mittel zur Bekämpfung der RHD, daher ist es umso wichtiger auf eine Schutzimpfung zurückzugreifen, die nach einer Grundimmunisierung (1. Impfung und dann 4 Wochen später die 2. Impfung = Grundimmunisierung) spätestens alle 9-12 Monte wiederholt werden muss.