Zwergkaninchen aus Hesedorf
Jennifers Liebhaberzucht in Hesedorf / Barchel bei Bremervörde

Haltung




Da wir auch sehr oft gefragt werden, was muß ich alles anschaffen für meinen Hasen, habe ich hier einige Tipps zusammengestellt: 

Grundausstattung des Käfigs oder Außenstalls

Die Grundausstattung ist bei beiden Haltungsarten fast gleich (Besonderheiten siehe unten):

- Ein Futternapf für Trockenfutter und ein Futternapf für Grünfutter, hier haben sich Futternäpfe aus Ton bewärt, da sie nicht so leicht umgeworfen werden können.

- Ein bis zwei Trinkspender: pro Tier sollten mindestens 450ml Wasser pro Tag zur Verfügung stehen, der Trinkspender hat im Gegensatz zum Wassernapf den Vorteil, dass er nicht umgeworfen werden kann und das Wasser immer sauber bleibt.
Es gibt verschiedene Arten von Trinkspendern einmal die "normalen" die es in den Zoogeschäften zu kaufen gibt und solche die man z.B. bei Kaninchenzuchtverbänden, Züchtern und wenigen Zoofachgeschäften bekommen kann. Mit den letzteren haben wir die besseren Erfahrungen gemacht, denn sie sind zum einen wesentlich stabiler (sie platzen auch nicht, wenn sie einfrieren) und zum anderen leicht bedienbar, da sie oben geöffnet werden können und das Wasser einfach nach gegossen werden kann. Es gibt sie in den Größen von 500ml und 1000ml.

Wie diese Spender aussehen, könnt Ihr Euch gerne bei mir ansehen. Meine Tiere bekommen diese Trinkspender ( nicht mit der Kugel, sondern die zum antippen)


- Ein Salzleckstein, damit das Zwergkaninchen seinen Salz- und Mineralstoffbedarf decken kann.

- Einstreu: Weichholzspäne (Kleintierstreu) haben sich als "Untereinsteu" bestens bewährt, sie sind sehr saugfähig und nimmt den Geruch auf.
Diese Späne bekomme ich immer von meinem Vater kostenlos! Hierfür schon mal Danke Papa! 
Ansonsten fragt man am besten mal bei der Zimmerei um die Ecke, da sind die Späne dann etwas billger, wie im Zoohandel.
 
Auf die Späne streut man am besten Stroh als "Übereinstreu", damit das Kaninchen immer trocken sitzt; außerdem fliegen die Späne nicht im ganzen Zimmer umher, wenn das Kaninchen im Käfig tobt; bei Angorazwergkaninchen sorgt das Stroh dafür, dass die Späne sich nicht ins Fell setzten. 
Hier ein Tipp für Allergiker: Im Zoofachhandel bekommt man Stohpellets, die staubfrei sind und von den meisten Allergikern besser "vertragen" werden als Sägespäne. Es soll nämlich schon vorgekommen sein, das Jemand dachte er sei allergisch auf sein Kaninchen, dabei war es nur die Einstreu.

- Eine Heuraufe, die nach Möglichkeit Außen am Käfig befestigt wird, damit das Kaninchen nicht daran hängen bleiben und sich verletzten kann. Bei Außenställen, kann die Raufe nicht Außen angebracht werden, man sollte sie so (hoch) befestigen, das dass Kaninchen nicht von Oben hineinspringen kann oder eine Art Deckel dafür bauen. Die andere Möglichkeit ist das Heu in eine Ecke des Käfigs zu legen. Bei dieser Variante müssen jeden Tag die Heureste aus dem Käfig entfernt werden, damit das Kaninchen kein verschmutztes Heu frisst.

- Ein Häuschen, am besten geeignet sind unlackierte Holzhäuschen (Eigenbau oder gekauft) mit einem Flachdach, auf dem die Kaninchen sitzen können. 
Diese bauen wir selber, falls Ihr Interesse habt, meldet Euch einfach! 

- Eventuell ein Nagestein, lieber sind den Kaninchen allerdings Äste von Obstbäumen oder Hartes Brot 

- Toll finden Kaninchen auch eine "Sand- oder Erdkiste" in der sie nach Herzenslust rumbuddeln können.


Nicht bewährt haben sich:

- Eckklos, sie werden von den Kaninchen durch den ganzen Käfig befördert und sind eigentlich nutzlos, da sich die Kaninchen sowieso eine Ecke des Käfigs aussuchen, welche sie als Klo verwenden. Diese ist dann genauso leicht zureinigen ist wie ein Eckklo und wird zuverlässiger benutzt.

- Zeitungspapier als Unterlage unter die Späne, da die Kaninchen sie meistens herausziehen und anfressen, was nicht gerade gesund ist und auch nicht schön aussieht.

- Häuschen oder Näpfe aus Plastik, da sie leicht umgestoßen werden und die Kaninchen sie annagen.

- Wassernäpfe werden dauernd umgestoßen, oder wenn das nicht möglich ist, landet Späne und Stroh in ihnen. Ausnahme: Bei Außenhaltung im Winter sind sie nützlich, weil sie nicht so schnell einfrieren wie Trinkspender, welche dann auch platzen können (die stabilen platzen nicht, aber einfrieren tun sie natürlich trotzdem!).


Außenhaltung

Alle Rassen der Zwergkaninchen können das ganze Jahr draußen gehalten werden. Natürlich kann man kein Wohnungskaninchen im Winter in einen Außenstall setzen und erwarten, dass es dort glücklich ist und nicht friert. Aber wenn man ein Kaninchen ab dem Frühling draußen hält, kann es das ganze Jahr draußen bleiben, weil es sich ein warmes Winterfell angelegt hat.
Möchte man sich im Herbst oder Winter ein neues Kaninchen anschaffen, so sollte man es aus Außenhaltung kaufen, oder man muss das Kaninchen bis es wärmer wird in der Wohnung halten.
Der Stall sollte einmal in der Woche ganz sauber gemacht werden
 Wenn man sich für die Außenhaltung entschließt sollte, man sich auch gleichzeitig dazu entschließen zwei oder mehr Kaninchen zu halten, denn - mal ehrlich - haben Sie Lust, im Regen draußen bei ihrem Kaninchen zu stehen und sich mit ihm zu beschäftigen? Kein Mensch hat IMMER Zeit für sein Kaninchen, deshalb sollte man sowieso immer mindestens zwei Kaninchen zusammen halten. Dann braucht man auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man mal weniger Zeit hat.
Jetzt kommt meistens das Argument zwei Kaninchen gleich doppelte Arbeit, aber das stimmt nicht, denn saubergemacht werden muss ein Kaninchen sowieso und die eine Hand voll Heu mehr macht den Kohl auch nicht fett, oder?

Außerdem sollte man seine Kaninchen impfen lassen, da das Risiko Myxomatose oder RHD  und Kaninchenschnupen ( siehe Krankheiten)  zu bekommen für draußen lebende Kaninchen wesentlich höher ist, als für Wohnungskaninchen.

Vorteile der Außenhaltung:

- keine Streu fliegt im Haus herum
- die Ställe stinken nicht
- die Ställe sind meist größer und deshalb artgerechter
- Allergiker haben im Allgemeinen keine Probleme
- die Kaninchen fühlen sich wohl, sie lieben es zu buddeln oder auch mal im Regen draußen zu sitzen oder sich zu sonnen (aber natürlich muss auch ausreichend Schatten vorhanden sein!)


Der  Kaninchenstall

Der Stall sollte mindestens 100 X 50 X 50 cm groß sein. Bei dieser Art des Außenstalls ist es sinnvoll zwei Türen oder eine Tür in der Mitte einzubauen. Außerdem sollte ein warmes Häuschen zur Einrichtung gehören, auf dem das Kaninchen nach Möglichkeit auch sitzen kann.
Am besten baut man das Dach schräge, damit das Regenwasser ablaufen kann. Das Dach sollte ein Stück überstehen, damit es nicht in den Stall regnet.
Natürlich kann man auch hier seine Phantasie spielen lassen - warum nicht eine Zweistöckige Villa? Diese Art der Haltung eignet sich besonders für Balkone.


  Hier ist unsere "Helga" im Ausengehege.

Wie viele Kaninchen?

Am glücklichsten sind Kaninchen, wenn man sie mindestens zu zweit hält, denn wer ist schon gerne alleine? Auch wenn man sich noch so viel Zeit für sein Kaninchen nimmt, hat man nicht IMMER Zeit für sein Kaninchen, außerdem wenn man sich vorstellt, dass man ganz alleine unter Tieren leben sollte würde man es auch besser finden noch einen anderen Menschen zu haben, mit dem man "reden" kann. Wenn man einmal gesehen hat wie sich zwei Kaninchen gegenseitig putzen oder Seite an Seite an einer Möhre knabbern, weiß man warum Kaninchen lieber zu zweit leben...
Um die häufigsten Argumente aus dem Weg zu räumen:
1. Zwei Kaninchen machen mehr Arbeit...
Stimmt nicht! Egal ob nun ein oder zwei Kaninchen in dem Käfig leben, er muss genauso oft gereinigt werden...
2.Wir wollen erst mal sehen, ob unser Kind sich darum kümmert...
Und wenn nicht? Muss das Kaninchen die ganze Zeit alleine sein, hätte es noch einen Kameraden, würde es gar nicht schlimm sein, wenn das Kind sich nicht so intensiv um sein Kaninchen kümmert
...

K
ann man erst mal ein Kaninchen nehmen und später ein zweites dazu tun?

Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden, nur sollte man daran denken, dass sich zwei Männchen oder zwei Weibchen nur verstehen, wenn sie zusammen aufwachsen. Möchte man zu einem bereits vorhandenen Weibchen ein Männchen setzen oder umgekehrt ist das kein Problem.
Aber am besten man entscheidet sich gleich für zwei Kaninchen, denn so ist die Eingewöhnung im neuen Zuhause für das Kaninchen wesentlich leichter.

Männchen oder Weibchen?

Am aller besten verstehen sich ein Männchen und ein Weibchen. Natürlich sollte man bei dieser Kombination das Männchen kastrieren lassen, damit man nicht andauernd Nachwuchs bekommt. Meiner Meinung nach ist das die beste und unproblematischste Kombination.
Man kann auch zwei oder mehrere Weibchen zusammen halten, nur habe ich die Erfahrung gemacht, das die Weibchen dann teilweise dazu neigen zickig und aggressiv zu werden. Sie werden scheinschwanger, bauen Nester und reißen sich ihr Bauchfell aus. Wenn man sich trotzdem dazu entscheidet zwei Weibchen zusammen zu halten sollte man darauf achten, dass man Wurfgeschwister nimmt, diese vertragen sich im allgemeinen besser.
Oft wird gesagt, dass sich zwei Männchen nicht verstehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich zwei Männchen die zusammen aufgewachsen sind vertragen, wenn sie keinen Kontakt zu Weibchen haben und kastriert sind.
Männchen haben oft einen "besseren" Charakter und sind nicht so zickig, aber wenn sie geschlechtsreif sind markieren sie ihr Revier, das heißt sie spritzen mit ihrem Urin. Dies tun sie allerdings nicht, wenn man sie kastrieren lässt.
Weibchen haben den Vorteil, dass man sie nicht kastrieren lassen muss, da sie ihr Revier nicht mit Urin markieren (und somit auch nicht so doll stinken). Zwei Weibchen die zusammen aufgewachsen sind vertragen sich meistens, können aber manchmal "zickig" werden. Bei Weibchen, die mit einem kastrierten Männchen zusammenleben kommt dies nicht sehr häufig vor. 

Ich hoffe, diese Info haben Euch geholfen, ansonsten fragt bitte nach!